Gitarre & Bass (2010): Difference between revisions

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Ich hatte in einem alten Interview gelesen, dass du unter Lampenfieber  leidest, was man sich gar nicht vorstellen kann. Ist das immer noch so?
Ich hatte in einem alten Interview gelesen, dass du unter Lampenfieber  leidest, was man sich gar nicht vorstellen kann. Ist das immer noch so?


Es ist sogar schlimmer geworden im Laufe der Jahre. Als ich um die 20 war und mit  Tony Williams spielte, war ich auch schon nervös, aber es war anders. Ich hatte nichts zu verlieren, weil mich niemand kannte und keiner Erwartungen an mich hatte. Das machte nicht so viel aus wie heute. Heute haben die Leute so viele Erwartungen, und  ich denke immer „Oh Mann, vielleicht enttäusche ich diese Leute heute alle!“ – und  das macht mich wirklich nervös! Ich mag es, nach dem Gig mit Leuten zu reden, davor macht es mich extrem nervös. Nach dem Soundcheck muss ich weg, an eine Stelle, wo es ganz still ist und ich meinen Kopf leer bekomme. Ich will nicht über Musik oder gestellte Fragen nachdenken. Ein bisschen nervös sein ist aber gut, denke ich. Der deutsche Posaunist Albert Mangelsdorff sagte immer, wenn er nicht nervös war, dann wurde es ein schlechtes Konzert.  Das stimmt auf jeden Fall, denn diese Nervosität hält dich aufmerksam. Allerdings nur,  wenn man sie unter Kontrolle behalten kann ... Und das fällt mir schwer. Normalerweise gehe ich nach dem Soundcheck weg und bleibe nicht mal mit meinen Musikern zusammen. Die bringen mich sonst nur dazu, über die Musik nachzudenken. Ich  gehe in ein Restaurant, komme erst in letzter Minute zurück und tauche meine Hände  in warmes Wasser. Ich bewege nur meine  Hände im warmen Wasser. Wenn die Feuchtigkeit in meinen Fingerspitzen ist, fühlt sich  die Gitarre besser an. Vor dem Gig spiele ich also nicht mehr, weil ich offen für spontane Ideen sein möchte.  
Es ist sogar schlimmer geworden im Laufe der Jahre. Als ich um die 20 war und mit  Tony Williams spielte, war ich auch schon nervös, aber es war anders. Ich hatte nichts zu verlieren, weil mich niemand kannte und keiner Erwartungen an mich hatte. Das machte nicht so viel aus wie heute. Heute haben die Leute so viele Erwartungen, und  ich denke immer „Oh Mann, vielleicht enttäusche ich diese Leute heute alle!“ – und  das macht mich wirklich nervös! Ich mag es, nach dem Gig mit Leuten zu reden, davor macht es mich extrem nervös. Nach dem Soundcheck muss ich weg, an eine Stelle, wo es ganz still ist und ich meinen Kopf leer bekomme. Ich will nicht über Musik oder gestellte Fragen nachdenken.  
 
Ein bisschen nervös sein ist aber gut, denke ich. Der deutsche Posaunist Albert Mangelsdorff sagte immer, wenn er nicht nervös war, dann wurde es ein schlechtes Konzert.   
 
Das stimmt auf jeden Fall, denn diese Nervosität hält dich aufmerksam. Allerdings nur,  wenn man sie unter Kontrolle behalten kann ... Und das fällt mir schwer. Normalerweise gehe ich nach dem Soundcheck weg und bleibe nicht mal mit meinen Musikern zusammen. Die bringen mich sonst nur dazu, über die Musik nachzudenken. Ich  gehe in ein Restaurant, komme erst in letzter Minute zurück und tauche meine Hände  in warmes Wasser. Ich bewege nur meine  Hände im warmen Wasser. Wenn die Feuchtigkeit in meinen Fingerspitzen ist, fühlt sich  die Gitarre besser an. Vor dem Gig spiele ich also nicht mehr, weil ich offen für spontane Ideen sein möchte.  


Ich frage mich, ob deine Synth-Axe noch lebt.  
Ich frage mich, ob deine Synth-Axe noch lebt.